Ortung und Vermessung
Baufeld- und Trassenfreimessung in Österreich und Süddeutschland
Ein Baggerhieb in eine unbekannte Leitung kostet Zeit und Geld – bei Strom- und Gasleitungen gefährdet er Menschen. Die Baufeld- und Trassenfreimessung klärt vorher, was im Untergrund liegt: unbekannte Leitungen werden aufgespürt, die Lage bekannter Leitungen wird bestätigt. Sie bekommen die Fläche markiert und als Datensatz – bevor der erste Bagger anrückt.
Was wir vor Ort tun
Wir grenzen das zu untersuchende Feld gemeinsam mit Ihnen ab und arbeiten auffällige Bereiche enger durch, bis der Befund eindeutig ist. Voraussetzung ist eine begehbare und befahrbare Fläche; je sauberer die Oberfläche, desto dichter fahren wir das Raster. Was wir nicht eindeutig zuordnen können, steht als solches im Bericht.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Verfahren | Georadar (GPR), Rasterscan und Schwerpunktuntersuchung, Fundament- und Gewölbeortung, Elektromagnetische Kabelsuchtechnik, Rohrsondentechnik, Vermessung mit GPS und Totalstation |
|---|---|
| Einsatzbereich | Baufelder, Trassen, Werks- und Hallenflächen, Verkehrsflächen, historische Baugründe |
| Dauer | Ein Tag bis mehrere Tage, je nach Auftragsvolumen |
| Ergebnisformat | Markierung im Feld, .shp, .gpkg, .dwg, .dxf, .pdf |
| Einsatzgebiet | Ganz Österreich vom Sitz in Traiskirchen aus; Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) über die CFT Group Deutschland GmbH, Lange Zeile 27, D-85435 Erding |
Was das im Betrieb heißt
Für Bauwirtschaft, Industrie, Kommunen und Netzbetreiber ist die Baufeldfreimessung die Grundlage der Grabungsfreigabe. Sie ergänzt die Einbautenauskunft der Netzbetreiber um das, was in keiner Auskunft steht: aufgelassene Trassen, provisorisch verlegte Kabel, Leitungen aus Zeiten vor der digitalen Dokumentation. Die Ergebnisse liefern wir in den Formaten, mit denen Planung und Bauleitung arbeiten.
Diese Leistung fahren wir überregional: Weil Georadar, Rasterscan und die anschließende Auswertung den Weg rechtfertigen, kommen wir in ganz Österreich und in Süddeutschland aufs Baufeld – in Österreich vom Sitz in Traiskirchen, in Bayern und Baden-Württemberg über den Standort Erding.
Erfasst werden alle üblichen Medien im Baufeld:
- Leerrohre
- Kanal-, Trink- und Löschwasserleitungen
- Heizungs- und Fernwärmeleitungen
- Gasleitungen
- Datenkabel
- Nieder-, Mittel- und Hochspannung
So läuft der Einsatz ab
1. Fläche abstecken. Sie liefern Lageplan, Bauplanung und die vorhandenen Einbautenauskünfte. Gemeinsam grenzen wir das zu untersuchende Feld ab. Termine für Baufelder in Österreich vereinbaren wir unter +43 (0) 2252 53169, für Baufelder in Süddeutschland unter +49 (0) 173 6842932, Montag bis Donnerstag 8:00–16:30 Uhr, Freitag 8:00–12:00 Uhr.
2. Fläche vorbereiten. Die Fläche muss begehbar und befahrbar sein: Bewuchs zurück, Schutt und Materiallager weg, Fahrzeuge abgestellt. Je sauberer die Oberfläche, desto dichter kann das Raster gefahren werden.
3. Messen. Wir legen ein Raster über die Fläche und fahren es mit Georadar ab, parallel läuft die elektromagnetische Kabelsuche. Auffällige Bereiche untersuchen wir enger, bis der Befund eindeutig ist.
4. Markieren und übergeben. Die Ergebnisse werden im Feld markiert, eingemessen und als Datensatz übergeben. Was wir nicht eindeutig zuordnen können, steht als solches im Bericht.
Technik und Verfahren
Georadar (GPR)
Eine Antenne sendet kurze elektromagnetische Impulse in den Boden. An jeder Grenzfläche mit anderen elektrischen Eigenschaften – Rohrwand, Hohlraum, Fundamentkante, Schichtwechsel – wird ein Teil reflektiert und als Laufzeit aufgezeichnet. Georadar findet damit auch Kunststoffrohre ohne Suchband, Betonbauteile und Hohlräume. Seine Grenze ist der Boden selbst: In leitfähigem, bindigem oder wassergesättigtem Material sinkt die Eindringtiefe; hohe Antennenfrequenzen lösen fein auf, reichen aber weniger tief.
Auf historischen Baugründen wird dasselbe Verfahren zur Voruntersuchung: Alte Mauerzüge und vergessene Leitungen werden kartiert, ohne dass gegraben wird. Die Messung datiert allerdings nichts und ersetzt keine Grabung.
Rasterscan und Schwerpunktuntersuchung
Für die Fläche wird ein Raster aufgelegt und flächendeckend abgescannt; die Bahnen werden zusammengeführt, sodass eine Karte der verborgenen Einbauten entsteht. Bei der Schwerpunktuntersuchung wird ein kritischer Teilbereich tiefenscharf durchgearbeitet. Die Rasterweite entscheidet über das, was gefunden wird. Gefahren wird in zwei zueinander senkrechten Bahnrichtungen, weil ein parallel zur Messbahn liegendes Objekt im Radarbild keine Reflexionshyperbel erzeugt.
Fundament- und Gewölbeortung
Dieselbe Technik zeigt Fundamente, Gewölbe, verfüllte Keller und andere Bauwerksreste, bevor ein Umbau oder Rückbau geplant wird – dazu Fundamentgrößen und die Ortung von Zisternen, Grauwasser-, Öl- und Treibstofftanks. In Hallen prüfen wir Bauteilaktivierungen, damit beim Kernbohren keine Heizschleife getroffen wird.
Kabelsuchtechnik und Rohrsondentechnik
Metallische Leitungen erfassen wir zusätzlich elektromagnetisch, Rohre mit eingeschobener Sonde. Wie das im Detail arbeitet, steht auf der Seite zur Rohr- und Leitungsortung.
Vermessung mit GPS und Totalstation
Ein GNSS-Empfänger auf dem Lotstab bestimmt die Position jedes georteten Punktes über Satellitensignale, korrigiert über einen Referenzdatendienst. Erst dadurch wird aus der Farbmarkierung ein Datensatz für GIS und CAD. Zwischen Hallenwänden, unter dichten Baumkronen oder unter Überbauung bricht die Genauigkeit ein – dort tritt die Totalstation an die Stelle des Satellitenempfangs und misst Richtung und Strecke von einem bekannten Standpunkt aus. Aufgenommen wird so oder so alles, was wir orten; das ist keine Zusatzbestellung, sondern Teil der Freimessung.
So arbeiten wir im Feld.
Ein echter Einsatz: das abgesteckte Feld am Flussufer, Bahn für Bahn mit dem Georadar gefahren – und über GPS georeferenziert.

Was Sie bekommen
Im Feld: markierte Trassen, gekennzeichnete Verdachtsflächen und Punkte, die vor dem Aushub händisch geöffnet werden sollten. Auf dem Datenträger: die eingemessenen Ortungsdaten als .shp und .gpkg für das GIS, als .dwg und .dxf für CAD und Planung sowie ein .pdf als lesbarer Plan für Bauleitung und Baubesprechung. Eingemessen wird jeder geortete Punkt – es gibt hier keine abgespeckte Fassung, bei der nur markiert und nicht aufgenommen wird.
Kosten und Aufwand
Es gibt keinen Pauschalbetrag. Aufwand und Kostenrahmen hängen von Fläche, Rasterweite, Untergrund und dem gewünschten Ergebnisformat ab und werden vor dem Einsatz telefonisch abgestimmt. Die Trace-and-Access-Deckung der Gebäudeversicherung greift bei der Leckortung nach einem Wasserschaden, nicht bei einer geplanten Freimessung vor Baubeginn.
Nachmessung. Sie gehört zum Leistungsumfang. Zeigt der Aushub, dass eine von uns markierte Lage nicht stimmt, messen wir kostenlos nach. Lag die Markierung dagegen richtig und wurde neben der markierten Trasse oder nicht tief genug gegraben, verrechnen wir die Anfahrt, weil dann kein Messfehler von CFT vorliegt.
Häufige Fragen und Antworten
Ersetzt die Freimessung die Einbautenauskunft der Netzbetreiber?
Nein. Die Auskunft der Netzbetreiber bleibt einzuholen. Die Freimessung prüft, ob die Lage im Feld tatsächlich stimmt, und findet zusätzlich, was in keiner Auskunft verzeichnet ist.
Was gilt, wenn eine Leitung nicht dort liegt, wo sie markiert wurde?
Dann wird nachgemessen; das gehört zum Leistungsumfang. War unsere Messung falsch, ist die Nachmessung für Sie kostenlos. Stimmte die Markierung und wurde beim Aushub nur nicht genau genug an der markierten Stelle oder nicht tief genug gegraben, verrechnen wir die Anfahrt, weil dann kein Messfehler von CFT vorliegt. Dieselbe Regel gilt für Kabelfehlermessung, Kabelortung und Rohrortung.
Bis in welche Tiefe reicht Georadar?
Das hängt vom Boden und von der Antenne ab, nicht vom Gerätehersteller. Trockener Kies lässt tief blicken, feuchter Ton kaum.
Was muss ich vorbereiten, damit die Fläche messbar ist?
Eine begehbare Oberfläche ohne hohen Bewuchs, Schuttberge und abgestellte Fahrzeuge. Stark verkrautete oder tief zerfahrene Flächen verringern die Datenqualität spürbar.
Finden Sie auch alte Tanks und Zisternen?
Ja. Zisternen, Grauwasser-, Öl- und Treibstofftanks gehören zu den Strukturen, die wir orten. Ausbau und Entsorgung übernehmen wir nicht, wir markieren die Lage und übergeben sie.
Schildern Sie den Befund.
Je genauer Sie den Befund beschreiben, desto gezielter kommen wir an. Pläne, Messwerte und Fotos helfen uns, das Verfahren schon vorher festzulegen.
Was danach passiert
- Wir lesen Ihre Nachricht und ordnen den Fall einem Verfahren zu.
- Wir melden uns bei Ihnen – meist mit einer Rückfrage, die den Termin verkürzt.
- Wir nennen Ihnen den Termin und was er kostet, bevor jemand losfährt.
Lieber sprechen?
+43 (0) 2252 53169
Mo–Do 8:00–16:30 · Fr 8:00–12:00
Schildern Sie den Fall.
Am schnellsten telefonisch – dann klären wir gleich, welches Verfahren passt und was Sie vorbereiten sollten.
Außerhalb der Bürozeiten schriftlich an office@cft.at.